Die häufigsten Fehler im Vorstellungsgespräch und wie Sie diese vermeiden können

Die häufigsten Fehler im Vorstellungsgespräch und wie Sie diese vermeiden können

22.11.2017

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Wir freuen uns sehr, über die Auszeichnung von stellenonline.de als Top-Artikel 2017 in der Kategorie „Bewerbungsprozess“!

 

Für die meisten Bewerber stellt das Vorstellungsgespräch eine besondere Situation dar, bei der viele in Stress geraten. Das ist durchaus nachvollziehbar, immerhin geht es bei einem solchen Gespräch nicht um ein nettes Kaffeekränzchen, sondern darum, den begehrten neuen Job zu bekommen.

 

An dieser Stelle möchten wir Ihnen die häufigsten Fehler aufzeigen. Wenn Sie diese vermeiden, sind Sie Ihrem Traumjob schon ein gutes Stück nähergekommen – denn die erste Hürde haben Sie bereits genommen: Sie würden aus mehreren Kandidaten zum persönlichen Gespräch eingeladen. Ergo hat das Unternehmen ernsthaftes Interesse daran, Sie besser kennenzulernen.

Machen Sie sich das ruhig bewusst. Kein Unternehmen der Welt würde Sie einladen, wenn Sie nicht interessiert an Ihrer Mitarbeit wären – denn ein Vorstellungsgespräch kostet Zeit. Meist sind mehrere Mitarbeiter eines Unternehmens an den Bewerbungsprozessen beteiligt.

Sie können also ruhig selbstbewusst zu dem Gespräch gehen, aber vergessen Sie auch nicht, worum es bei diesem geht.

 

Unpünktlichkeit

Eigentlich sollte Pünktlichkeit eine Selbstverständlichkeit sein. Dennoch möchten wir hier darauf hinweisen, dass es absolut wichtig ist, dass Sie pünktlich bei Ihrem Vorstellungstermin sind. Das bedeutet, Sie sollen natürlich nicht zu spät kommen, aber auch nicht 30 Minuten zu früh. Auch das ist eine Form von Unpünktlichkeit. Vergessen Sie nicht, dass Ihre Gesprächspartner ihrer Arbeit nachgehen und Sie sie unter Druck setzen können, wenn Sie viel zu früh da sind. Das ist ein Gefühl, mit dem niemand in ein Gespräch starten möchte. Sollten Sie zu früh sein, gehen Sie zum Beispiel noch eine kleine Runde spazieren und rufen sich noch einmal die Punkte ins Gedächtnis, die Sie ansprechen möchten und die Fragen, die Sie stellen wollen.

Laut Knigge gelten übrigens auch die „akademischen 10 Minuten“ als Unpünktlichkeit und somit als unhöflich. Versuchen Sie deshalb eine gute Mitte für sich zu finden und auf den Punkt zu erscheinen.

 

Vorstellungsgespräch – kein Kaffeekränzchen

Halten Sie sich zu jeder Zeit vor Augen, worum es bei Ihrem Gespräch geht.

Wenn Sie gern ein wenig Smalltalk halten, kommt das in den meisten Fällen gut an, denn es lockert die Atmosphäre am Anfang eines Gespräches und das hat entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf. Sie zeigen nicht nur, dass Sie selbstbewusst sind, sondern können so auch auf ein entspanntes Gespräch, weg von dem klassischen Frage-Antwort-Spiel, hinarbeiten.

Aber verschonen Sie Ihre Gesprächsteilnehmer mit irgendwelchen Urlaubsanekdoten oder mit hohlen Phrasen zum Wetter.

Verkneifen Sie sich am besten auch Witze oder Sarkasmus – immerhin kennen Sie den Humor Ihres Gegenübers noch nicht. Vermeiden Sie also, dass Sie sich so in eine peinlich berührte Situation bringen und einen schlechten Eindruck hinterlassen.

 

Sie sind zu gesprächig

Versuchen Sie, sich während des Gespräches in Ihre Gesprächsteilnehmer zu versetzen und fragen Sie sich, welche Antworten relevant sind.

Natürlich sollen Sie nicht nur mit „Ja“ und „Nein“ antworten, aber bleiben Sie bei der Sache. Wenn es Beispiele gibt, mit denen Sie die Fragen beantworten und erläutern können, ist es perfekt. So vermitteln Sie Kompetenz und geben Ihrem Gegenüber einen Einblick in Ihre bisherigen Erfahrungen. Aber beschränken Sie sich auf ein Beispiel, wenn Ihre Gesprächsteilnehmer weitere Einblicke wünschen, werden sie danach fragen.

Das schlimmste ist, wenn Sie ausschweifend von Situationen berichten, die vom Thema ablenken und so Ihr Gegenüber langweilen.

 

Sie stellen keine Fragen

Zu einem Gespräch gehört eine ausgewogene Gesprächsatmosphäre. Das bedeutet, dass sich das Fragenstellen und Antwortengeben abwechselt – man „spielt sich den Ball zu“.

Einer der größten Fehler ist, dass Sie während des Gesprächs keine Fragen stellen. Ihre Gesprächsteilnehmer werden dies zwangsläufig als Desinteresse werten und werden glauben, dass Sie sich nicht für das Unternehmen begeistern. Es könnte also passieren, dass Sie so Ihre Chance verspielen.

Unser Tipp ist deshalb, dass Sie sich im Vorfeld einige Fragen überlegen und sich diese notieren, damit Sie diese im Gespräch vor Augen haben und nicht vor lauter Aufregung vergessen.

Fragen zum Unternehmen, zu Produkten und auch zu Themen aus Ihrem Berufsfeld kommen immer gut an. Aber auch hier gilt es maßvoll zu sein. Bitte „löchern“ Sie die Anwesenden nicht mit zig Fragen.

Eine Auswahl an Beispielfragen, die in jedem Vorstellungsgespräch wichtig sind, finden Sie hier: Diese 10 Fragen sollten Sie in jedem Vorstellungsgespräch stellen 

Sie stellen die falschen Fragen

Vermeiden Sie im ersten Gespräch alle Fragen rund um die Themen Gehalt, Arbeitswochenstunden, Überstundenregelung oder Urlaubstage.

Diese Punkte werden entweder vom Unternehmen angesprochen oder im zweiten Gespräch detailliert besprochen.

Im ersten Gespräch wollen Sie das Unternehmen von sich überzeugen und zeigen, dass Sie mit Ihrer Persönlichkeit und Ihren Fähigkeiten perfekt auf die vakante Position passen. Gehalt, Urlaub und Co. sind hier erstmal zweitrangig.

Versetzen Sie sich auch hier wieder in Ihre Gesprächspartner und fragen Sie sich, was Sie von Ihnen erwarten. Jemand, der durch seine Persönlichkeit und seine Erfahrung besticht, bekommt erfahrungsgemäß deutlich häufiger die Möglichkeit, weiter im Bewerbungsprozess zu gehen, als jemand, dem Gehalt und Urlaub wichtiger sind. Auch wenn das vielleicht gar nicht auf Sie zutrifft, trotzdem könnten Sie diesen Eindruck vermitteln, sprich Fragen der monetären Kategorie sind Tabu. Sie sollten ebenfalls dringend von allen Fragen Abstand nehmen, die Interna betreffen. Solche Fragen haben hier nichts zu suchen.

Falsche Körpersprache und unangemessener Dress-Code

Die Körpersprache ist sehr wichtig für einen guten ersten Eindruck.

Deshalb gehen Sie aufrecht, begrüßen Sie Ihre Gesprächsteilnehmer mit festem Händedruck (aber bitte nicht zu fest!) und schauen Sie ihnen in die Augen. Lächeln Sie freundlich und sprechen Sie klar und deutlich.

Wichtig ist, dass Sie einen authentischen Eindruck von sich vermitteln, aber passen Sie sich trotzdem den Rahmenbedingungen an. Wenn Sie Ihren Bekannten zur Begrüßung für gewöhnlich locker auf die Schulter klopfen – unterlassen Sie das bitte in diesem Rahmen.

Wenn Sie für gewöhnlich locker und lässig in Ihrem Stuhl sitzen und die Arme hinter dem Kopf verschränken – unterlassen Sie auch dies bitte.

Setzen Sie sich aufrecht und Ihren Gesprächsteilnehmern zugewandt hin. Wenn Sie sprechen, bauen Sie bitte Blickkontakt zu allen Anwesenden auf – das ist ganz wichtig. So beziehen Sie alle mit in das Gespräch ein.

Lassen Sie Ihre Hände auf dem Tisch ruhen. Während eines Interviews haben die Hände nichts in den Hosentaschen oder unter dem Tisch zu suchen. Spielen Sie auch nicht mit Ihrem Stift herum – das wird als große Nervosität gewertet.

Der Dress-Code ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, wenn Sie einen guten Eindruck hinterlassen wollen. Und das wollen Sie ja, deshalb sind Sie zum Interview gekommen. Sie wollen das Unternehmen von sich überzeugen, in jeder Hinsicht.

Also passen Sie Ihre Garderobe bitte in erster Linie dem Anlass an. In einem Anzug oder einem Kostüm, mit weißem Hemd oder weißer Bluse, ist man bei einem Vorstellungsgespräch nie falsch gekleidet. Es sollte zwar eine Selbstverständlichkeit sein, aber bitte achten Sie darauf, dass alle Kleidungsstücke (inkl. der Schuhe) sauber, nicht beschädigt und gebügelt sind. Was nützt es, wenn Sie zwar im schwarzen Anzug mit weißem Hemd zum Interview kommen, aber das Hemd verknittert ist und ihm obendrein auch noch ein Knopf fehlt.

Mit einer angemessenen Garderobe signalisieren Sie Ihrem Gegenüber Wertschätzung. Ein Vorstellungsgespräch ist ein offizieller und besonderer Termin, zu dem es sich gehört, gut gekleidet zu erscheinen.

Unseren 7-Punkte-Plan für das perfekte Outfit für Ihr bewerbungsgespräch finden Sie hier: Der 7-Punkte-Plan für den Dresscode im Vorstellungsgespräch

Einen schlechten, letzten Eindruck hinterlassen

Sie haben das Vorstellungsgespräch gut bewältigt, haben alle Gesprächsteilnehmer einbezogen, haben Ihre Fragen gestellt und haben es nun fast geschafft. Jetzt gilt es, das Gespräch entsprechend zu beenden und beim Unternehmen einen guten letzten Eindruck zu hinterlassen. Dieser ist mindestens genauso wichtig, wie der erste Eindruck.

Wie würden Sie es als Unternehmen finden, wenn der Bewerber geht, ohne sich von jedem Gesprächsteilnehmer zu verabschieden und sich angemessen zu bedanken?

Da Sie es natürlich besser wissen, verabschieden Sie sich von jedem Anwesenden mit einem festen Händedruck und bedanken sich, dass sich alle die Zeit für Sie genommen haben. Idealerweise wiederholen Sie dann noch einmal, wie es weitergehen soll – das haben Sie natürlich vorher schon besprochen. Aber drängen Sie das Unternehmen nicht zu einer Entscheidung, wahren Sie hier Zurückhaltung. Sie können natürlich signalisieren, dass es Ihnen gut gefallen hat und Sie gern weiter im Prozess gehen möchten. Aber mehr auch nicht.

Sie verabschieden sich also beispielsweise folgendermaßen: „Herzlichen Dank, dass Sie sich heute Zeit für mich genommen haben und wir uns persönlich kennenlernen konnten. Wie vereinbart, telefonieren wir Ende dieser Woche miteinander und besprechen das weitere Vorgehen.“

Denken Sie bitte daran: Das Vorstellungsgespräch ist erst beendet, wenn Sie das Gebäude des Unternehmens verlassen haben. Achten Sie darauf, dass Sie Mitarbeiter freundlich grüßen, wenn Ihnen jemand begegnet. Seien Sie höflich – auch zur Reinigungskraft, auch dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Weitere wertvolle Tipps und Informationen zur gezielten Vorbereitung auf Interviews, erhalten Sie in unserem Whitepaper „Unsere Checkliste für das Vorstellungsgespräch“. Hier gehen wir auf Themen wie eine gute Vorbereitung, Tipps für das Interview als solches und alles, was für die Nachbereitung wichtig ist, ein. Wir drücken Ihnen die Daumen und wünschen viel Erfolg!

Sollten Sie darüber hinaus Fragen haben oder ein gezieltes Interview-Coaching wünschen, so kontaktieren Sie uns direkt. 

Wir unterstützen Sie gern!

Anna Mirabichvili – Marketing and Communications

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