Arbeitgeberattraktivität – Warum sie so wichtig ist

Arbeitgeberattraktivität – Warum sie so wichtig ist

15.05.2019

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Vor allem in der aktuellen Situation auf dem Bewerbermarkt ist es für Unternehmen besonders wichtig, einen kritischen Blick auf Ihre Arbeitgeberattraktivität zu werfen.

Sind Sie gut aufgestellt, um auch im War for talents die besten Bewerber* für sich zu gewinnen?
Worauf achten Bewerber bei potenziellen Arbeitgebern? Worauf legen Mitarbeiter wert?

Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an Arbeitgeberattraktivität denken? Überdurchschnittliche Gehälter? Home-Office oder Weiterbildungsmaßnahmen?
Um ein Unternehmen in den Augen der Bewerber und Mitarbeiter attraktiv werden zu lassen oder attraktiv zu bleiben, gehört jedoch deutlich mehr dazu!

Grundsätzlich wird das Thema Arbeitgeberattraktivität im Personalmanagement aufgehangen und auch dort zentral gesteuert. Ziel ist es ein positives Image auf dem Bewerbermarkt zu erreichen und Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden.

Warum ist die Arbeitgeberattraktivität so wichtig?

Obwohl in aller Munde, tun einige Unternehmen erstaunlich wenig, um ihr Personal an das Unternehmen zu binden, bzw. sich ein gutes Image auf dem Bewerbermarkt zu erarbeiten.

Die Zeiten, in denen Unternehmen die freie Wahl zwischen mehreren Top-Kandidaten haben, sind längst vorbei. Der Markt hat sich gedreht, in Deutschland – und vor allem in unseren Branchen – herrscht nahezu Vollbeschäftigung, sodass die Bewerber die „Qual der Wahl“ haben und es sich allemal leisten können, sich den nächsten Arbeitgeber wohl überlegt auszusuchen.Hinzu kommt, dass sich die Ansprüche der Kandidaten und Mitarbeiter an Unternehmen deutlich gewandelt haben. Ein Arbeitsplatz, der lediglich dazu dient, in „Lohn und Brot“ zu stehen, der Familie ein Eigenheim zu ermöglichen und sich eine Pauschalreise pro Jahr leisten zu können – auch das ist längst vorbei.

Heute stehen Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Wertschätzung, die Möglichkeit sich aktiv einbringen zu können und die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns sowie das Image eines Unternehmens deutlich im Vordergrund.

Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass ein Großteil der Arbeitnehmer bereit wäre auf eine Gehaltserhöhung zu verzichten, wenn sie die Möglichkeit bekämen, sich aktiv am Unternehmensgeschehen zu beteiligen.
Weniger Gehalt, dafür mehr Freizeit? In Sachen Work-Life-Balance würden die Befragten sogar auf einen Teil ihres Einkommens verzichten. Und das aus gutem Grund. Es gilt als erwiesen, dass ein Mehr an Freizeit (Familie, Hobbies, etc.) Stress vermeidet und die Gesundheit so langfristig fördert. Die regelmäßigen Erhebungen des OECD Better Life Index zeigt, dass Deutschland sich momentan auf dem 7. Platz (von 38) im Work-Life-Balance-Index befindet.

Hohe Fluktuation vermeiden

Wenn Sie es als Unternehmen schaffen, Ihre Mitarbeiter als das zu sehen, was sie sind, nämlich der wertvollste Schlüssel zu Ihrem Erfolg, können Sie hohe Fluktuation vermeiden.

Es gibt viele Faktoren, die in das Thema Arbeitgeberattraktivität hineinspielen. Zwar ist es für Unternehmen durchaus eine große Herausforderung, die einzelnen Faktoren zu verbessern, aber es lohnt sich langfristig. Die Möglichkeiten sind so vielseitig wie ein bunter Blumenstrauß. Es gilt herauszufinden, welche Maßnahmen für Ihr Unternehmen passend sind und realistisch umsetzbar sind.

Welche Faktoren könnten wichtig sein?

Hierfür spielen besonders die folgenden Punkte eine zentrale Rolle:

 

Wichtig für den Arbeitgeber zu verstehen ist, dass jeder Mitarbeiter die unterschiedlichen Punkte für sich selbst anders bewertet. Denken Sie beispielsweise an eine Berufseinsteigerin und einen Familienvater. Beide arbeiten für das gleiche Unternehmen, haben aber natürlich ganz unterschiedliche Anforderungen an einen attraktiven Arbeitgeber.

Wie können Sie als Arbeitgeber also für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit sorgen und gleichzeitig ein Image nach außen vertreten, welches Ihr Unternehmen besonders anziehend für potentielle Bewerber macht?

Der Schlüssel zum Erfolg

Der Schlüssel zum Erfolg liegt ganz klar in der Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern. Wenn Sie es schaffen, eine Kommunikationskultur zu etablieren, in der sich Ihre Mitarbeiter einbezogen und wertgeschätzt fühlen, werden Sie das nach außen tragen. Sei es über diverse Bewertungsportale, über Mund-zu-Mund-Propaganda oder, oder, oder. So gelingt Ihnen der Zugang zu einem besonders wertvollen Bewerbermarkt – unterschätzen Sie nicht die (Strahl-)Kraft Ihrer Mitarbeiter. Kandidaten, die nur Gutes über Ihr Unternehmen gehört haben oder im Idealfall einen Mitarbeiter kennen, zeigen häufig eine gesteigerte Loyalität.

Innovatives Arbeiten durch mehr Vertrauen

Als einer der wichtigsten Bausteine ist hier ganz klar der Führungsstil zu bewerten. Die meisten Beschäftigten schätzen einen kooperativen Führungsstil, der sich durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Mitarbeitern und Führungskräften auszeichnet.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Vorgesetzte mehr Verantwortung abgeben und mehr Freiraum für eigene Entscheidungen ermöglichen. Besonders im Hinblick auf den zunehmenden Wandel hin zu virtuellen Teams ist es wichtig, an den richtigen Stellen Verantwortung abzugeben. Lesen Sie zum Thema virtuelle Führung folgenden Blog: „Virtuelle Führung: Diese Anforderungen müssen Sie als Führungskraft auf Distanz beachten“

Keine falschen Versprechungen

Ganz wichtig außerdem: Machen Sie nicht den Fehler und versprechen Mitarbeitern oder Bewerbern etwas, das Sie später nicht halten können. Da ist die Frustration bereits vorprogrammiert. Zu Recht: Wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihnen die lang ersehnte Beförderung versprochen wird und es passiert….gar nichts?! Richtig, Sie wären frustriert, würden sich vielleicht nach einem neuen Arbeitgeber umsehen oder würden Ihren Unmut im Kollegenkreis oder privaten Umfeld kundtun.

Genauso wichtig ist es, im Bewerbungsprozess nur Aussagen zu treffen, die der Realität entsprechen. Schmücken Sie sich nicht mit falschen Federn, erfinden Sie kein gutes Betriebsklima, wenn es das in Wirklichkeit gar nicht gibt. Das wäre fatal.
Sollte es zur Einstellung kommen, wird der neue Mitarbeiter recht schnell „dahinterkommen“ und wird alles aber bestimmt nicht begeistert sein.

Es kann passieren, dass er Ihrem Unternehmen den Rücken kehren wird und in Zeiten von kununu und anderen Bewertungsportalen vielleicht eine Unternehmensbewertung schreibt, die nicht so positiv ausfallen wird.
Nochmal: Unterschätzen Sie nicht die (Strahl-)Kraft Ihrer Mitarbeiter.

Das können Sie tun

Wenn Sie wissen, wo in Sachen Arbeitgeberattraktivität die Schwächen Ihres Unternehmens liegen, arbeiten Sie daran (als gesamtes Unternehmen) und kommunizieren Sie das auch. Sagen Sie offen, dass es Ihnen und dem Unternehmen ein Anliegen ist, dass Mitarbeiter sich bei Ihnen wohl und verstanden fühlen und dass Sie gemeinsam daran arbeiten möchten.
Das ist viel weitsichtiger und signalisiert engagierten Mitarbeitern sich einzubringen.

Tipp: Da jeder Mitarbeiter die Attraktivität seines Arbeitgebers anders wahrnimmt, lohnt es sich, eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen. So können Sie herausfinden, was Ihren Mitarbeitern besonders wichtig ist. Es hat sich bewährt, diese anonym durchzuführen, so können Sie sicher sein, dass die Mitarbeiter offen und ehrlich auf die Befragung antworten werden.
Nehmen Sie die Ergebnisse ernst und setzen Sie eine realistische Planung auf. Schauen Sie, was möglich ist, auch kostenseitig. Es mag sein, dass die Kosten anfangs sehr hoch erscheinen, aber dieser Invest lohnt sich mehrfach. Sie haben zufriedenere Mitarbeiter, die loyal sind und Ihrem Unternehmen lange treu bleiben und Ihr Engagement wird sich herumsprechen, sodass Sie sich langfristig den Zugang zu einem exklusiven Bewerberpool eröffnen können.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Weitere interessante Beiträge finden Sie hier: ageneo Blog – Für Unternehmen

Anna Mirabichvili – Marketing and Communications

 

*Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei der Personenbezeichnung in diesem Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Die verkürzte Sprachform hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter.

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