Serious Gaming – Spielend lernen im beruflichen Kontext

Serious Gaming – Spielend lernen im beruflichen Kontext

04.09.2020

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Spielen ist Lernen. Dieser Ansatz ist alles andere als neu und wird in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Erwachsenenbildung gelebt und umgesetzt. Immer mehr Unternehmen folgen diesem Trend und setzen u.a. in Rekrutierungsprozessen vermehrt auf E-Learning Projekte wie z.B. das Serious Gaming.

Wenn wir über Kinder sprechen, ist vollkommen unstrittig, dass das Spiel für die emotionale, kognitive und soziale Entwicklung eines Menschen von zentraler Bedeutung ist. Spielen und Lernen lassen sich in jungen Jahren nicht voneinander trennen, denn das Kind erforscht sich selbst und seine Umwelt in erster Linie auf spielerische Art. 

Angesichts des hohen Stellenwerts, den man dem kindlichen Spiel einräumt, ist es geradezu bemerkenswert, dass man dem Spiel in der Erwachsenenwelt oftmals voreingenommen begegnet, dass man es gerne losgelöst von jedem Lernprozess betrachtet. Doch in den letzten Jahren haben sich diesbezüglich viele neue Ansätze und Entwicklungen aufgetan!

So wird Spielen zunehmend als ein wertvolles Instrument verstandenmit dem Lehrinhalte nicht nur vermittelt, sondern auch gezielt und dauerhaft im Wissensschatz des Spielers* verankert werden können 

Das Konzept der Serious Games, welches bereits seit den 1970er Jahren besteht, ist eines dieser AnsätzeAnders als bei angestaubten Lehrmethoden soll Wissen hier digital und auf unterhaltsame Weise weitergegeben werden. 

Was ist ein Serious Game und wie triggert es Lernerfolg? 

Mithilfe des ernsthaften Spiels wird also versucht, Lehrinhalte auf dem digitalen Weg über verschiedene Handlungsstränge, Hintergrundgeschichten oder über Informationseinblendungen zu transportieren. Dabei sollten Spiel- und Lernsequenzen fließend ineinander übergehen, sodass der Spieler im besten Fall gar nicht bewusst lernt, sondern den „getarnten“ Stoff mit Spaß an der Sache beiläufig aufnimmt.

Letztendlich enthalten Serious Games alle typischen Spiel-Elemente. Man bewegt sich in einer virtuellen Welt, in der eine Aufgabe gelöst und/oder mit anderen Figuren interagiert werden muss.  

Es gibt verschiedene Varianten dieser digitalen Games, wobei die Form des Simulationsspiels am häufigsten gewählt wird. Hier werden reale Situationen in den virtuellen Raum übertragen. 

Aber sind Serious Games überhaupt nötig und tun es die üblichen Schulungsmethoden nicht auch? 

Als Tool der Wissensvermittlung haben Serious Games verglichen mit traditionellen Lehrmitteln einige wissenschaftlich belegte Vorzüge: 

Digitale Unternehmensspiele – ein Markt der Zukunft? 

Diese positiven Effekte für sich allein genommen, sollten den innovativen Unternehmer bereits aufhorchen lassen. Doch besonders wenn er sein jüngeres Personal betrachtet, sollte sein Interesse für Serious Games geweckt sein!

Jüngere Generationen sind nun einmal mit Videospielen aufgewachsen und begegnen der virtuellen Welt unvoreingenommen und meist mit einer gewissen Begeisterung. 

Daher wäre es für Unternehmen nichts weiter als ein logischer Schritt, die Bedürfnisse und Fähigkeiten der „Konsolengeneration“ gewinnbringend für sich einzusetzen und Computerspiele in Aus- und Weiterbildungsprogramme zu integrieren 

Zahlen zu Serious Games. 

Weltweit gesehen sind die ernsthaften Spiele ohne Frage auf dem Vormarsch.

In Zahlen ausgedrückt verbuchte der Serious Games Markt 2018 3,5 Milliarden U.S. Dollar. Bis 2024 wird ein Marktzuwachs von 20,5 Milliarden U.S. Dollar erwartet!   

Doch im Gegensatz z.B. zum Bildungsbereich herrscht auf Unternehmensebene noch NachholbedarfNoch immer sind viele Verantwortliche der Meinungdass Spiele nicht für den Arbeitsplatz geeigneten seien, da die im Spiel trainierten Fähigkeiten nicht effektiv im eigentlichen Arbeitsumfeld umgesetzt werden könnten. Dem widersprechen die Angaben von Probanden einer Studie (Sitzmann 2011), die im Rahmen ihrer Ausbildung bewerten sollten, welche Lehrmethoden sie am besten auf den Arbeitsalltag vorbereiteten. Diejenigen, die den spielerischen Ansatz verfolgten, zeigten sich um 20% zuversichtlicher, das Gelernte bei ihren beruflichen Aufgaben einsetzen zu können. 

Daran lässt sich erahnen, welche Möglichkeiten das Serious Gaming für unterschiedliche Firmen und Berufsfelder eröffnet. Und dies nicht nur im Bereich der Schulung! 

Unter dem Stichwort Recruitainment haben wir bereits in unserem Blogeintrag Bewerbungstrends 2019 – darauf kommt es an darauf Bezug genommen, wie Serious Games im Bewerbungsverfahren zum Einsatz kommen und als eine Art des Assessmentcenters dazu dienen, den passenden Kandidaten für das eigene Unternehmen herauszufiltern.  

Wie kommt man zu einem passenden Serious Game? 

Aufgrund der steigenden Nachfrage gibt es heutzutage zahlreiche Anbieter, mit deren Hilfe sich personalisierbare Serious Games generieren lassen. Hier können die virtuellen Welten exakt an die eigenen Anforderungen angepasst werdenWichtig ist, dass das digitale Spiel auf den Wissensstand und die Zielgruppe zugeschnitten wird und zudem intuitiv verständlich sowie einfach zu bedienen ist.  

Viele Unternehmer schrecken hier allerdings vor den hohen Produktionskosten solcher Spiele zurück. Tatsächlich liegt in den digitalen Unternehmensspielen im Vergleich zu Präsenzunterricht oder Einarbeitungspersonal jedoch oftmals ein hohes Einsparungspotenzial. Man benötigt lediglich ein Smartphone und einen Internetanschluss, um an vielen Business Games teilzunehmen. Auf lange Sicht kann so ein Vorhaben daher auch auf finanzieller Ebene interessant sein. 

Somit würde es sich für Unternehmer definitiv lohnen, einen neuen Blickwinkel auf das Konzept des Spielens – insbesondere des „ernsthaften Spielens“ – zu wagen. Game on!  

 

Carolyn Klein – Marketing Associate

 

* Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei der Personenbezeichnung in diesem Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Die verkürzte Sprachform hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter.

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