Aus einer Lücke keinen Elefanten machen. Was tun, wenn der rote Faden im Lebenslauf unterbrochen ist.

Aus einer Lücke keinen Elefanten machen. Was tun, wenn der rote Faden im Lebenslauf unterbrochen ist.

20.11.2020

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Ein vermeintlich perfekter Lebenslauf zeichnet sich dadurch aus, dass ein Arbeitnehmer im besten Fall während seiner gesamten Berufslaufbahn höchstens 2 – 3 Arbeitgeber aufzuweisen hat.  Doch heutzutage sind v.a. bei jüngeren Generationen häufige Jobwechsel alles andere als außergewöhnlich.

Was also tun, wenn einer dieser Wechsel nicht so reibungslos verläuft wie erhofft? Wenn es zu einer der gefürchteten Lücken im Lebenslauf kommt?

Zuallererst: Eine Zäsur im beruflichen Werdegang ist nicht zwangsläufig ein Problem! Zu Beginn sollten Sie sich zunächst vergewissern, ob Ihre Lücke auch wirklich als Lücke gilt!

Welche Zeitspanne definiert eine signifikante Lücke im Lebenslauf?

Per Definition spricht man von einer Lücke im Lebenslauf bei einem Zeitraum von mehr als zwei Monaten ohne berufliche Aktivität.

Ein ausgedehnter Auslandsaufenthalt oder eine kurze berufliche Auszeit wird demnach erst nach 8 Wochen erklärungsbedürftig. Kürzeren Unterbrechungen müssen Sie somit keine weitere Beachtung schenken.

Sollten Sie jedoch länger ohne Anstellung bleiben, so gilt es strategisch vorzugehen und sich zu überlegen, wie man mit diesen Lücken umgehen will.

Zu Lücken stehen?

Den meisten dürfte inzwischen bekannt sein, dass das Verschweigen oder Vertuschen von Lücken im Lebenslauf keine gute Idee ist. Eine Umfrage der Personalvermittlung Robert Half aus dem Jahr 2017 zeigte auf, dass 71 Prozent der befragten Personalverantwortlichen schon mindestens einmal aufgrund von aufgeflogenen Falschangaben Bewerber aussortiert haben. Personaler sind darauf geschult, die angegebenen Daten genauestens zu analysieren. Vorhandene Unregelmäßigkeiten finden sie i.d.R. sehr schnell.

Lücken wollen benannt werden. Daran führt leider kein Weg vorbei. Es gibt allerdings verschiedene Möglichkeiten mit den unliebsamen Unterbrechungen sinnvoll umzugehen. Wir geben hier einige leichte Tipps, wie Sie Zäsuren in Ihrer Vita in ein besseres Licht rücken können.

Der richtige Ausdruck.

Das richtige Wort zur richtigen Zeit kann auch bei der Verfassung eines Lebenslaufes von großer Bedeutung sein. Beispielsweise ruft der Begriff „arbeitslos“ in uns weitaus negativere Assoziationen hervor als die Formulierungen „ohne Anstellung“ oder „berufliche Neuorientierung“. Auf solche Kleinigkeiten sollten Sie achten. Aber nicht nur bei der Wortwahl, sondern auch bezüglich des Aufbaus Ihres CVs sollten sie geschickt agieren.

Strukturierung der Daten

Sollte Ihr Wiedereinstieg in die Berufswelt auf eine längere Pause folgen, ist eine chronologische Aufzählung Ihrer Lebens- und Berufsstationen dem inzwischen oft bevorzugten amerikanischen Aufbau vorzuziehen. So fällt dem Personaler nicht direkt ins Auge, dass Sie bereits seit längerem auf der Suche sind und er kann sich im Vorfeld ein unvoreingenommenes Bild von Ihrem Profil machen.

Lücke ist nicht gleich Lücke

Jede Lücke verlangt nach einer Erklärung, doch manche Zäsuren sind von sich aus nachvollziehbar und plausibel. Dazu zählen Pausen aufgrund von:

Sollten Sie für Ihre Situation keinen überzeugenden Grund angeben können, dann sollten Sie spätestens ab dem dritten Monat ohne Beschäftigung aktiv werden!

Suchen Sie nach Weiterbildungsmöglichkeiten wie Softwarekurse oder spezielle Qualifizierungsprogramme in Ihrem beruflichen Feld! Dies wird zweifellos gerne von den Personalverantwortlichen gesehen.

Neben den oben aufgeführten Gründen gibt es allerdings auch Brüche im beruflichen Werdegang, für die sich keine simplen Erklärungen finden lassen. Dazu zählen häufig leider Ausfälle aufgrund von schwerwiegenden Erkrankungen. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, diesem schwierigen Thema professionell und geschickt zu begegnen.

Krankheit als Ursache für die Lücke:

Eine Krankheit, die eine berufliche Pause erforderlich macht, ist mit Sicherheit eine der schwerwiegendsten Gründe für eine Zäsur. Der Betroffene kämpft hier leider nicht nur mit sehr persönlichen physischen und/oder psychischen Belastungen, sondern er wird auch mit den Vorbehalten der Arbeitgeber konfrontiert. Denn diese verbinden besonders chronische oder psychische Krankheiten mit einem hohen Risiko für ihre eigenen Firmen. Und die Gründe hierfür sind auch nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Rein statistisch betrachtet wird jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland vor Erreichen des Rentenalters aufgrund von psychischen Erkrankungen berufsunfähig. Dies stellt auch die Arbeitgeberseite vor große Herausforderungen!

Dennoch bleibt die Devise „Ehrlichkeit währt am längsten“ weiterhin bestehen, was aber nicht heißt, dass man den Personalreferenten direkt mit der Nase auf jedes Problem stoßen muss.

Bei vielen Krankheiten, die sich nicht wie z.B. ein gebrochenes Bein vollständig überwinden lassen, ist es manchmal tatsächlich ratsam, vorerst auf eine direkte Benennung zu verzichten.

Krankheitsphasen im Lebenslauf benennen

In einem Interview mit dem Spiegel nennt Adrian Schimpf, Konzernpersonalchef der Madsack Mediengruppe zwei Möglichkeiten, wie man eine krankheitsbedingte Lücke umschreibt, ohne hierbei ins Detail zu gehen:

  1. Krankheitsbedingt ohne Beschäftigung
  2. Auszeit aus persönlichen Gründen

Egal wie Sie sich hier entscheiden, machen Sie sich darauf gefasst, dass Sie in einem Vorstellungsgespräch auf die entsprechende Lücke angesprochen werden. Eine direkte Erfragung von Krankheiten ist zwar nicht zulässig. Dennoch sollten Sie sich zurecht legen, wie Sie diesen Zeitabschnitt näher und wahrheitsgemäß beschreiben wollen.

Sofern möglich bleibt die beste Herangehensweise bei krankheitsbedingten Ausfällen: Kurieren Sie sich aus und bewerben Sie sich erst nach vollständiger Genesung! Denn so erhöhen Sie definitiv Ihre Chancen, nicht gleich im Vorfeld aussortiert zu werden.

Egal welcher Grund den beruflichen Werdegang ins Stocken gebracht hat, bewahren Sie einen kühlen Kopf! Mit der richtigen Portion an Besonnenheit und Klugheit lassen sich die meisten Lücken in ein besseres Licht rücken.

 

 Carolyn Klein – Marketing Associate

 

*Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei der Personenbezeichnung in diesem Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Die verkürzte Sprachform hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter.

 

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