Was die Sprache des Körpers uns verrät. 6 Basissignale, mit denen unser Körper kommuniziert.

Was die Sprache des Körpers uns verrät. 6 Basissignale, mit denen unser Körper kommuniziert.

18.09.2020

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150 Millisekunden: das ist die Zeit, in der ein erster Eindruck entsteht. Ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht, hängt dabei von vielen Faktoren ab. Neben dem allgemeinen Erscheinungsbild oder dem Geruch einer Person spielt auch deren Körpersprache eine entscheidende Rolle. Unser Körper bringt nonverbal unsere Gefühle zum Ausdruck und verrät unserem Gegenüber oftmals sehr schnell Dinge, die wir unter Umständen lieber für uns behalten würden. Das tut er ständig und für die meisten unbewusst. Daher kann eine Auseinandersetzung mit der Sprache des Körpers – ob privat oder beruflich – von großem Vorteil sein!

Warum uns der Körper verlässliche Informationen liefert.

Die nonverbale Kommunikation des Menschen wird vom limbischen System gesteuert. Dieser Teil unseres Gehirns ist konstant aktiv und bestimmt neben anderen Funktionen unser Instinktverhalten. Auf die Körpersprache bezogen sind es z.B. unsere Mimik, Gestik oder auch die Position unserer Füße, die überwiegend instinktiv verlaufen.

Der Psychologe Daniel Goleman bezeichnete das limbische System als das „ehrlichste“ unter den Gehirnteilen, da die von ihm hervorgerufenen Reaktionen nicht erlernt, sondern tief in unserem Erbgut verankert sind.

Es lohnt sich also auch für den beruflichen Kontext, sich näher mit den unbewussten Signalen unseres Körpers vertraut zu machen, um z.B. frühzeitig zu erkennen, ob ein Bewerbungsgespräch gerade in die richtige Richtung läuft oder der Chef wirklich zufrieden mit unserer Leistung ist.

Wenn man bedenkt, dass sich der Mensch mehr als 250.000 Gesichtsausdrücken, 5000 Gesten und 1000 Körperhaltungen bedient, dann wird schnell klar, dass man nicht über Nacht zum Experten für Körpersprache werden kann. Auch in diesem Beitrag ist nur Platz für eine Handvoll möglicher Gesten und Haltungen. Aber machen wir hier den Anfang, setzen passenderweise den Fuß in dieses Thema und beginnen damit unsere Beobachtungsgabe und unsere eigene Körperbeherrschung an besonders markanten Signalen zu trainieren:

Die Sprache der Beine und Füße

Weil z.B. Hände und Augen viel näher zu unserem Gehirn liegen, ist es für uns leichter, diese bewusst zu steuern als alles, was unterhalb der Gürtellinie liegt.

Wollen Sie also wissen, ob ihr Kollege oder ihr Vorgesetzter ehrlich zu Ihnen ist, sollten sie dessen Füßen mehr Beachtung schenken!

  1. Die Ausrichtung der Füße verrät oft sehr viel über das Wohlbefinden des Gegenübers, denn dort wo die Füße hinzeigen, will der Betreffende meistens auch hin! Zeigen Kopf, Rumpf und Füße zum Gesprächspartner, dann ist das ein positives Zeichen, dass sich die Person über den Kontakt freut. Ist lediglich der Oberkörper einem zugewandt, die Füße deuten aber in eine andere Richtung, dann heißt das i.d.R. ganz simpel, dass die Person lieber gehen würde. Beobachten Sie also entsprechende Veränderungen während eines Gespräches, dann liegt es nahe, sich zu fragen, was der Grund dafür sein könnte und eventuell gegenzusteuern.
  2. Auch wenn Sie beispielsweise in einer Verhandlungssituation mit Geschäftspartnern oder bei einem Vorstellungsgespräch die Fußsohlen Ihres Gegenübers gezeigt bekommen, sollten Sie aufmerksam werden. Wenn Menschen den Fuß anheben, als ob sie gerade auf das Bremspedal eines Autos treten würden, dann signalisieren sie auch genau das: Stopp, mir gefällt die Richtung dieses Gespräches nicht! In diesen Momenten wäre es u.U. sinnvoll umzudenken, neue Impulse zu setzen oder erst einmal der Person das Wort erteilt. um die Stimmungslage zu überprüfen.

Mit der richtigen Sitzposition zur guten Gesprächsatmosphäre:

  1. Möchten Sie in einem Gespräch eine entspannte Atmosphäre erzeugen, so sollten Sie auf den richtigen Winkel Ihrer Sitzposition achten. Am besten wählen Sie hierfür einen Winkel von 45 Grad zu Ihrem Gegenüber, da dies für ein vertrauensvolle und offene Kommunikation förderlich ist. Ein Frontalgespräch bringt vergleichsweise deutlich aggressivere Schwingungen mit sich und wird generell als unangenehmer empfunden.

Arme und Rumpf:

  1. Verschränkt eine Person ihre Arme vor ihrem Rumpf, kann das natürlich etwas mit Bequemlichkeit zu tun haben und der Betreffende fühlt sich einfach nur wohl in dieser Pose. Taucht diese Geste allerdings völlig unvermittelt während eines Gespräches auf, sollten Sie aufmerksam werden und den weiteren Verlauf bewusst beobachten. Denn das Verschränken der Arme ist oftmals ein Signal, mit dem jemand ein gewisses Unbehagen ausdrückt, gekoppelt mit dem Bedürfnis, sich körperlich von dem Gegenüber oder der Situation zu distanzieren.
  2. Auch ein „fummeln“ an der Armbanduhr oder bei Männern ein schützender Griff nach dem Krawattenknoten werden von dem FBI-Agenten und Körperspracheexperten Joe Navarro als mögliches Zeichen von Unsicherheit und Unwohlsein verstanden.

2 Hände, 5000 Gesten:

Das Potenzial der Hände ist für die nonverbale Kommunikation durchaus bemerkenswert. Daher verwundert es nicht, dass wir bewusst oder unbewusst unser Augenmerk bevorzugt auf die Hände richten, um Stimmungslage und Charakter unseres Gesprächspartners einzuschätzen. So irritiert es uns, wenn jemand seine Hände versteckt, denn sie sind ein essenzieller Teil unseres Kommunikationsprozesses.

  1. Auch zahlreiche Studien widmen sich der Wirkung von Handgesten. Dabei wurde u.a. festgestellt, dass durch Handflächen, die während des Sprechens nach oben zeigen, viel positivere Reaktionen erzeugt werden, als wenn wir diese nach unten richten. Geöffnete Hände sind seit Menschengedenken ein Zeichen für Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit, was Sie sich bei beruflichen Gesprächen zunutze machen sollten!

Natürlich muss man beim Deuten der Körpersprache stets Vorsicht walten lassen. Wie oben bereits angedeutet bedeutet nicht jeder verschränkte Arm sofort Unbehagen. Außerdem können einzelne Bewegungen verschiedene Bedeutungen haben! Kontext und Menschenkenntnis sind unerlässlich, um die Signale eines Individuums richtig interpretieren zu können. Aber es gibt sie, diese universellen und verräterischen Reaktionen des Körpers, die dem Kenner in jeglicher Kommunikation große Vorteile verschaffen. Denn Körpersprache ist wie gesprochene Sprache, aber sie kann nicht lügen. (Samy Molcho – Pantomime)

 

Carolyn Klein – Marketing Associate

 

*Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei der Personenbezeichnung in diesem Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Die verkürzte Sprachform hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter.

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