Die „Generation Z“ und die Herausforderungen an die Arbeitswelt

Die „Generation Z“ und die Herausforderungen an die Arbeitswelt

13.06.2019

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Die meisten Unternehmen beschäftigen heute viele Generationen unter einem Dach und alle haben unterschiedliche Anforderungen an ihren Arbeitsplatz, sowie an ihre Vorgesetzten und die Art der Kommunikation.

Mit der „Gen Z“ startet nun die nächste Generation Arbeitnehmer* ins Berufsleben.

 

Was ist das Besondere an den jungen Arbeitnehmern und wie kann es Unternehmen gelingen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, gute Mitarbeiter für sich zu gewinnen, zu halten und langfristig an sich zu binden?

 

Wer ist die Generation Z?

Viele Unternehmen haben die Gen Z als Arbeitnehmer noch nicht richtig auf dem Radar, obwohl die ersten mittlerweile Volljährig sind und im Zuge einer Berufsausbildung im Berufsleben stehen.

 

Wünsche der Gen Z an die Arbeitswelt

 

Im Grunde also vieles, was gegen die typisch „deutschen Tugenden“ wie Pünktlichkeit, Fleiß und Ordnung spricht.

 

Mut zur Hoffnung

Trotz hoher Anforderungen macht die Gen Z, aktuellen Studien zufolge, Mut zur Hoffnung für den Arbeitsmarkt.

Denn im Gegensatz zur Generation Y (die bei vielen Arbeitgebern keinen guten Stand hat)* rücken bei der Gen Z wieder traditionellere Werte in den Fokus.

Wünsche nach einer soliden Ausbildung oder dem Studium, nach einer Familie und dem Eigenheim nehmen wieder zu.

Ein Bedürfnis nach Sicherheit und einer planbaren Zukunft zeichnet sich ebenso ab.

*Der Generation Y und ihrer Beziehung zum Arbeitsmarkt widmen wir uns in unserem nächsten Blog.

 

Dennoch wünschen sich Jugendliche und junge Erwachsene der Gen Z vor allem:

Dies verdeutlicht auch die folgende Grafik, die von Statista veröffentlich wurde.

Die dazugehörige Studie finden Sie hier.

 

Herausforderung für die Arbeitswelt

Die Studie zeigt, dass die Wünsche und Ansprüche der Gen Z durchaus eine Herausforderung für die Arbeitswelt darstellen.

Den Wunsch nach einer kometenhaften Karriere und dem schmucken Firmenwagen suchen Arbeitgeber meist vergeblich bei Bewerbern dieser Generation.

Um das Recruiting auf diese Gruppe gezielt auszurichten, müssen Unternehmen sie verstehen lernen. Ansonsten werden ihre Bemühungen vergebens sein.

 

Folgende Merkmale sehen Soziologen als typisch für die Generation Z

 

Arbeitgeber sollten sich zwingend auf die Anforderungen der Gen Z vorbereiten. Viele Unternehmen spüren längst, dass sich die Ansprüche ihrer Mitarbeiter teilweise drastisch verändert haben. Aber die wenigsten reagieren auf diese Veränderung, bzw. ziehen die richtigen Schlüsse.

Unternehmen halten fest an ihren Vorstellungen an sehr fleißige, pflichtbewusste Mitarbeiter, die überwiegend Augen für ihre Karriere haben.

 

Einer der größten Gaps

Gen Z möchte „9 to 5“, Unternehmen wollen hingegen mehr Flexibilität, was Arbeitszeitmodelle betrifft. Dass es nicht gut gehen kann, wenn die Anforderungen so weit auseinanderklaffen, liegt auf der Hand.

Home-Office, Firmenwagen und eine schöne Gehaltserhöhung – verbunden mit entsprechender Leistung? Das zieht bei der Gen Z nicht mehr. Diese Benefits werden eher als Schmerzensgeld denn als Wertschätzung wahrgenommen.

Dass der Arbeitsmarkt verunsichert ist, ist klar. Die Generation Z möchte langfristig schon erfolgreich sein, aber eben nicht um jeden Preis und auch nicht unter den bisher gängigen Bedingungen. 

Was braucht die Generation Z am Arbeitsplatz?

 

Recruiting muss sich anpassen

Um die Gen Z gezielt anzusprechen, muss sich das Recruiting anpassen. Nicht nur das Wording in Jobanzeigen muss sich verändern, auch die Art der Bewerbung muss sich verändern.

Jobanzeigen sollten auf die Bedürfnisse und Wünsche der Gen Z eingehen, Home-Office, flexible Arbeitszeiten und Co. werden keine Bewerber dieser Zielgruppe generieren.

Auch was den Bewerbungsweg betrifft, müssen sich die Unternehmen etwas einfallen lassen. Die „Digital Natives“ haben keine Lust aufwändige Onlinebewerbungen auszufüllen und ihre CVs in einem festgelegten Format hochzuladen. Sie wollen die „One-Klick-Bewerbung“ oder das „Recruitainment“ – lesen Sie hierzu unseren Blogbeitrag „Bewerbungstrends 2019“.

Führungsherausforderung

Auch bei den Vorgesetzten muss ein Umdenken stattfinden, denn die Arbeitnehmer von morgen müssen ihren Ansprüchen entsprechend motiviert werden und Unternehmen sollten sich ihren Bedürfnissen anpassen. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass diese neue Gruppe von Arbeitnehmern faul sei.

Jugendforscher sind sich einig, dass man der Gen Z damit unrecht tun würde.

Dieser Generation geht es vielmehr um eine klare Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben. Da Arbeit in der digitalen Zeit (durch E-Mails auf dem Smartphone, etc.) praktisch überall möglich ist, findet hier die starke Positionierung der Gen Z statt. Die Sorge, dass das Leben nur noch aus Arbeit bestehen könnte (das hat die Gen Z bei Arbeitnehmern der Gen Y und Gen X gesehen!), gepaart mit den Bedürfnissen nach Zeit für die Familie und Spaß am Leben, führt zu diesem Verhalten.

Aber auch Themen wie Selbstverwirklichung und Sinnhaftigkeit in der Tätigkeit sind große Faktoren, die unbedingt berücksichtigt werden sollten.

 

Denkbar wären folgende Beispiele, um die Gen Z aktiv einzubinden:

 

Flexible feste Strukturen?

Was kann also ein Lösungsansatz sein, diese spezielle Gruppe junger Arbeitnehmer für das eigene Unternehmen zu begeistern?

Beispielsweise das Schaffen von sogenannten „flexiblen festen Strukturen“. Dies könnte in der Praxis bedeuten, dass es ein festes Arbeitsstundenkontingent in der Woche gibt, der Mitarbeiter aber selbstständig entscheidet, wann er dieses Kontingent erfüllt. Er kann also eigenverantwortlich entscheiden, wann er wie viel arbeitet.

Oder die eigenverantwortliche Arbeit an Projekten, die ergebnisorientiert geführt werden.

Arbeitsmarktforscher sehen in solchen Lösungen einen möglichen Schlüssel zum Erfolg.

 

Potenziale nutzen

Die Entwicklung der Generation Z auf dem Arbeitsmarkt steht noch am Anfang, dennoch sollten Unternehmen nicht den gleichen Fehler wie bei der Generation Y machen, bei der schlichtweg viele Firmen die neuen Anforderungen der Arbeitnehmer verschlafen haben und es so Jahre dauerte, bis sich Themen wie flexible Arbeitszeiten und Home-Office etablieren konnten.

Die ersten Arbeitnehmer der Gen Z sind bereits auf dem Arbeitsmarkt angekommen, deshalb sollten Unternehmen sich zeitnah auf sie einstellen und die Potenziale nutzen.

Anna Mirabichvili – Marketing and Communications

*Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei der Personenbezeichnung in diesem Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Die verkürzte Sprachform hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter.

 

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